Nachtwächter Rundgang

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Nachtwächter Ralf Stadtführung durch das historische Luzern.
Mittelalter und Stadtgeschichte hautnah erleben, in authentischer Umgebung, kompakt und kurzweilig dargestellt in neuen und alten Medien. Anders als alle anderen Nachtwächter Touren.

Nächste Touren
Die nächste öffentliche Tour findet am Samstag, 07. Januar 2017 um 18:00 Uhr statt.
Private Touren sind fast immer möglich und kosten bis 10 Personen CHF 200.-.
Kontaktieren Sie mich bitte per Telefon 079 306 82 87 oder e-mail an ralf@citytrip.ch.

  > Legende

Highlights
- Sehenswürdigkeiten der Altstadt
- Das Leben im Mittelalter
- Recht und Ordnung
- Der Totentanz des Jakob von Wyl
- Bilder auf  iPad und Lichtbildprojektion

Anmeldung
Per e-mail (ralf@citytrip.ch), SMS oder Telefon (079 306 82 87).
Bitte Datum, Uhrzeit und Personenzahl mitteilen.
Eine Anmeldebestätigung erfolgt umgehend.
Alternativ können Sie auch bei GetYourGuide.de oder Viator.com buchen.

Preise öffentliche Touren
CHF 25.- Erwachsene
CHF 15.- Junge Leute (13 bis 19 Jahre alt)

Preise private Touren
CHF 200.- Pauschal bis 10 Personen
CHF   10.- Jede weitere Person (bis 30 Personen)
CHF 400.- Pauschal ab 30 Personen
Altstadt Hotel pick up: CHF 50.-

Dauer und Länge
ca. 90 Minuten / ca. 1,6 km

Treffpunkt
Rathausquai/Rosengartplatz, bei der Kapellbrücke, rechtes Flussufer.

Leistungen
Nachtwächter Stadtrundgang mit deutsch sprechendem Stadtführer und multimedialer Präsentation.

Beschreibung
Öffentliche Nachtwächter Stadtführung mit Schwerpunkt Luzern und Eidgenossenschaft vom 12.-18. Jahrhundert.

Martiniplan_1597
Die Luzerner Stadtansicht von Martin Martini 1597
Die Tour beginnt mit dem Klang des Feuerhorns, gefolgt vom Nachtwächter-Betruf. Und schon geht's los. Der Nachtwächter erzählt von seinem Leben in niederem Stande und von anderen unehrlichen Berufen. Anhand des 400 Jahre alten Martiniplans erklärt er die Route Ihres Rundgangs und zeigt Ihnen Sehenswürdigkeiten vom Alten Luzern. Vieles davon ist heute noch erhalten und einiges davon werden Sie heute näher kennen lernen.

Die_Kapellbruecke_Joseph_Clemens_Kaufmann
Die Kapellbrücke, 1897.
Sie beginnen mit dem Wahrzeichen Luzerns, dem Wasserturm und der später dazu gebauten Kapellbrücke. Der Nachtwächter berichtet vom Innenleben des Turmes, vom Verlies, der ehemaligen Folterkammer und vom Aufziehen im Obgaden.


Am Kapellplatz hören Sie Interessantes von der mittelalterlichen Gesellschaft und vom Leben in der aufblühenden Stadt und Republik Luzern.


Toggeli
Das Toggeli
Weiter geht's durch die Furrengasse, wo früher ein Gespenst und allerlei Toggelis ihr Unwesen trieben.

Am Kornmarkt sehen Sie das Rathaus, den Rathausturm mit seinen Ausguckerkern und die Zunftstube zur Pfistern. Sie sehen den Luzerner Fuss und die Elle und Sie hören die Geschichte vom Riesen von Reiden.


Mordnacht_von_Luzern
Mordnacht von Luzern
Im Brandgässli folgt die Legende der Mordnacht, bevor Sie zum Weinmarkt ziehen, wo früher Osterfestspiele aufgeführt wurden. Sie hören das Gedicht des Todes aus dem Schlussakt des Cenodoxus, aufgeführt in Luzern im Jahre 1609.


Weiter geht's zum unteren Weinmarkt, dem ersten Gerichtsplatz der Stadt Luzern. Im Zöpfli am Fluss geht es dann um Recht und Ordnung und die leidvolle mittelalterliche Gerichtsbarkeit. Sie erfahren Einzelheiten über die damals üblichen Verhörmethoden und die Strafen an Leib und Leben.

Weiter geht es über die erste Brücke Luzerns zum Schaufenster der Alten Suidterschen Apotheke.
Danach gehen Sie zum Ritterschen Palast, wo Sie die Geschichte des Giovanni Lynzo alias Hans von Trient hören.

Ein weiterer Höhepunkt bildet die Wort-Bild Präsentation des siebenteiligen Totentanz-Zyklus des Jakob von Wyl.


Totentanz des Jakob von Wyl, Tafel 2.
An der Jesuitenkirche vorbei, gehen Sie weiter über die Kapellbrücke, wo Sie ein paar Bilder näher betrachten. Am Ende der Kapellbrücke angelangt, endet die Tour.


Einige der Protagonisten der Nachtwächter Tour
Diebold Schilling d. J., der umtriebene Chronist, Notar, Kaplan und Raufbold.
Renward Cysat, der bescheidene Apotheker, Stadtschreiber, Festspielleiter.
Jakob von Wyl, der Künstler und Pechvogel von Luzern.
Ludwig Pfyffer von Althishofen, dem das Glück ins Gesicht lacht.
Martin Martini, genialer Kupferstecher und Grossmaul.
u.a.


Weitere Informationen
Der Rundgang ist ca. 1,5 km lang.
Die Tour ist mit vielen Bildern umrandet. Diese werden auf Papier und iPad präsentiert. Nach Einbruch der Dunkelheit kommt ein Beamer zum Einsatz.

Zusätzlich können Sie die Bilder auch auf  Ihrem eigenen Mobilgerät ansehen. (Technische Voraussetzung: Eigene Internetverbindung oder Nutzung des LuzernWLAN, 1 Stunde gratis)
Der Strassenbelag besteht aus Kopfsteinpflaster.
Die Tour ist rollstuhlgängig.
Der Rundgang kann auch privat und für Gruppen gebucht werden.



> Legende

offen = offen für Einzelbuchungen ODER Privat (first come, first serve).
öffentlich = Für Einzelbuchungen (Anmeldung erwünscht).
öffentlich, ohne Anmeldung = öffentliche Tour ohne Anmeldung.
geschlossen = Keine Buchungen möglich.








Woher die Kreuzbuchstrasse Ihren Namen hat (Video und Text)

Sie können den Beitrag wahlweise als Text lesen, oder als Video in Schweizer Mundart hören und sehen. (Das Video ist mit Untertiteln in deutscher Schriftsprache hinterlegt).




Kreuzbuchstrasse, Megg
Wir sind hier an der Kreuzbuchstrasse in Meggen auf dem Weg zur Kreuzbuche.
Wir wollen wissen, woher der Name Kreuzbuchstrasse kommt und dieser Sache jetzt auf den Grund gehen. Vorne links auf diesem Bild ist der Englische Friedhof und rechts auf der anderen Seite der Strasse steht die Kreuzbuche.

Kreuzbuchstrasse, Meggen
Auf der rechten Seite dieses Bildes sehen wir die Kreuzbuche und wir sehen, dass das Trottoir (der Gehsteig) hier nach rechts führt. Als die Strasse geplant wurde, war man sehr weise und hat nicht etwa die Kreuzbuche umgetan, sondern man hat den Fussgängerweg rechts um die Kreuzbuche herum gebaut.

Kreuzbuche, Meggen
Warum heisst die Kreuzbuchstrasse zwischen Luzern und Meggen Kreuzbuchstrasse? Sie heisst so, wegen der Buche, die wir auf dem Bild links sehen. Diese Kreuzbuche oder Heiligbuche steht schon seit Jahrhunderten hier, bzw. wenn immer die Buche eingegangen ist, so die Überlieferung, ist eine neue Buche gepflanzt worden.

Die alten Germanen haben die Bäume verehrt. Es waren heilige Bäume, im Sinne von: Man begegnet ihnen mit grossem Respekt und Ehrfurcht.

So haben viele Leute, wenn Sie auf der alten Meggerstrasse waren, hier eine Rast gemacht und gebetet. Wenn man in Not war, ist man hierher gekommen und hat ein Gebet gesprochen. Die Kreuzbuchstrasse heisst also Kreuzbuchstrasse wegen der heiligen Buche.

Maria "Hölgeli" bei der
Kreuzbuche in Meggen.
Später als die christlichen Glaubensboten kamen, sind die germanischen heiligen Bäume umgewandelt worden in christliche heilige Bäume. Man hat ein Kreuz hingetan oder ein Heiligenbild oder ein “Hölgeli” (Heiligenstock) wie wir sagen. So wie wir es hier im Bild links sehen.

Siehe auch: Die Geschichte der Kreuzbuche bei Seeburg (Text und Video).








Die Geschichte der Kreuzbuche bei Seeburg (Text und Video)

An der alten Meggerstraße, das ist die heutige Kreuzbuchstrasse, unweit von Seeburg steht die Kreuzbuche oder die Heiligbuche. Stets wurde an dieser Stelle, wenn ein Baum einging, eine neue Buche gepflanzt und mit einer Gedenktafel der Mutter Gottes geschmückt. Über den Ursprung dieser Gepflogenheit erzählt man sich zwei Geschichten:



Maria Heiligenstock bei der
Kreuzbuche in Meggen.
Die einen erzählen: Ein Pilger, der nach Einsiedeln wanderte, hatte sich an dieser Stelle lange verirrt. Da tat er das Gelübde, hier der Muttergottes eine Gedenktafel zu weihen, wenn sie ihn aus Not und Verirrung errette. Und dies ist geschehen. Da hat er eine Gedenktafel errichtet und dazu noch eine Messe in der Hofkirche in Luzern gestiftet.

Die anderen erzählen eine Geschichte die Bezug nimmt auf die Eroberung von Neuhabsburg. Das war im Jahre 1352, vierzehn Jahre vor dem Sempacherkrieg.

Damals haben die Luzerner zusammen mit den Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden die Burg Neuhabsburg erobert und zur Burgherrin gesagt:
“Höre, wir tun dir nichts. Alles was du auf deinem Buckel tragen kannst, was dir das Liebste ist und du fortzutragen vermagst, kannst du behalten und in Freiheit gehen."
Eroberung der Neuhabsburg 1352
(Luzerner Schilling, Folio 8v)
Was hat die clevere Burgfrau gemacht? Sie hat Ihren Mann auf den Buckel genommen und ist aus der Burg gegangen, an den Eidgenossen vorbei, in die Freiheit.

Aber der stolze Ritter schämte sich, sein Leben einer Frauenlist zu verdanken und in einer bösen Anwandlung hat er seine Retterin auf der Megger Allmend bei der Kreuzbuche erstochen.

Kaum war dieser Mord vollbracht, bereute er die Tat furchtbar. Er irrte ziellos umher. Sein beflecktes Gewissen quälte ihn ohne Unterlass. Überall wo er hinging, immer wieder haben ihn seine Schritte zur Stätte dieser Untat zurückgeführt. Hier wo er diesen Mord begangen hat. Hier hat er sich genau an dieser Stelle das Leben genommen.

Quelle: Luzerner Sagen, Kuno Müller.

Siehe auch: Woher die Kreuzbuchstrasse ihren Namen hat (Text und Video)







Die Tore zur Hofbrücke und zur Schifflände

     
„Die Tore zur Hofbrücke und zur Schifflände“ malte Xaver Schwegler (1832-1902) im Auftrag der Korporationsgemeinde Luzern. Das Gemälde zeigt die Sicht vom unteren Kapellplatz gegen den See wie es kurz vor 1835 ausgesehen hat.

Wikimedia commons
Auf der rechten Seite ist das Zur Gilgen Haus zu sehen, dazwischen ein kurzes Stück Stadtmauer mit zwei Toren:
Das rechte mit dem Rundbogen führt zur Schifflände,
das linke mit dem spitzen Bogen zur Hofbrücke.

Im Vordergrund flaniert ein Biedermeier Paar stadteinwärts, dahinter unterhält sich der Brückenwart mit einem Bauern. Der Hund des Bauern schaut auf die Hofbrücke und führt den Blick des Betrachtes zu einem nobel gekleideten Herrn und einem Jungen mit einem Spielreifen. Links im Bild bietet ein fliegender Händler seine Ware feil.








Das Zur Gilgen Haus

Das Gemälde "das Zur Gilgen Haus" wurde von Xaver Schwegler im Auftrag der Korporation der Stadt Luzern gemalt und zeigt die Szenerie um 1835. Die Hofbrücke führte damals durch das Hofbrückentor in die Stadt zum Kapellplatz. Links daneben sieht man das Tor zur Schifflände, den heutigen Schwanenplatz.
Wikimedia commons
Als der Kunstmaler Xaver Schwegler im Jahre 1832 in Luzern zur Welt kam, herrschte gerade eine Entfestigungswelle. Man brauchte Platz, denn die Bevölkerungszahl stieg rapide nach oben. So wurden grosse Teile der Stadtbefestigung und die Hofbrücke abgerissen. An einigen Orten wurde am See oder Fluss aufgeschüttet. So entstand der Schwanenplatz, der Schweizerhofquai, der Rathausquai und der St. Karliquai.

Im Jahre 1897 bestellte die Korporationsgemeinde Luzern bei Xaver Schwegler eine Reihe von Bildern des alten Luzerns. Im Jahre 1899 lieferte Xaver Schwegler die Bilder ab und diese wurden an der Weihnachtsaustellung im gleichen Jahr erstmals ausgestellt. Xaver Schwegler starb 1902 in Luzern im Alter von 70 Jahren.

Das Zur Gilgen Haus und der angebaute Baghardsturm wurden anfangs des 16. Jahrhunderts von Melchior Zur Gilgen gebaut und befinden sich in Familienbesitz der Nachkommen, die noch heute darin wohnen. Um 1731 wurde das Haus innen und aussen barockisiert, der Baghardsturm aber blieb in seinem Stil erhalten. Der heutige Schwanenplatz hiess damals Schifflände und wurde im Zuge der Schweizerhofquai-Aufschüttung ebenfalls vergrössert. Die Hofbrücke und der Stadtmauerteil wurden abgerissen, aber das Zur Gilgen Haus mit Rundturm, der Wasserturm und der ebenfalls auf dem Bild ersichtliche Turm mit Peterskapelle sind uns erhalten geblieben.




Der Martiniplan, die erste Touristenkarte von Luzern

Der Martini Plan von 1597 ist ein absolutes Meisterwerk.


Martiniplan Luzern
Martiniplan als PDF-Datei (2,9 MB) ext.citytrip.ch/lucernewalks/martiniplan.pdf


Machen Sie mit dem Martiniplan eine virtuelle Stadtbesichtigung durch Luzern. Bestaunen Sie die Museggtürme, den Kapellplatz, das Rathaus, Unter der Egg und die Spreuerbrücke mit den Mühlen.


Martin Martini hat Menschen auf die Karte gezeichnet und genau das macht die Karte so lebendig und ansprechend. Einfach genial!






Martin Martini war ein genialer Kupferstecher, ansonsten aber ein Tunichtgut und Grossmaul.
Dank seiner Handwerkskunst erlangte er das Luzerner Bürgerrecht, was ihm später aber wieder abgenommen wurde und er Luzern verlassen musste.

Legende zum Martiniplan von Luzern
1. Gütsch
2. Gütschturm
3. Sentitor, St. Antonius-Kirche
4. Pfründerspital und unteres Siechenhaus
5. Städtisches Holzhaus
6. Stadtspital St. Jakob
7. Armbruster-Schützenhaus und Kuzweilplatz
8. St. Anna Lazarett und -spital
9. Büchsenschützenhaus und -matte
10. Baslertor, Zollhaus, Haberturm
1 1. Städtisches Schmiedehaus
1 2. Judenturm, Kornhaus
13. Zeughaus
14. Pfistergasse
15. Bruchgasse
16. Bruchtor
17. Kesselturm
18. Ketzerturm
19. Obergrundstrasse
20. Kriensertor
21. Gasthaus zum Schlüssel
22. Bartüssergasse und -platz
23. Barfüsserkloster und -kirche
24. Schmiedgasse
25. Burgertor, Krienbach i
26. Münzgasse
27. Heiliggeistspital und -kirche
28. Jesuitenkirche und -kollegium
29. Jesuitengymnasium, Gasse und Platz davor
30. Kropfgasse und -tor
31. Frauenturm
32. Freienhof
33. Kapellbrücke mit Wasserturm
34. St. Peterskapelle
35. Zurgilgenhaus und -turm
36. Wyghaus des Klosters Engelberg
37. Herberge der römischen Kaiser und der österreichischen Fürsten
38. Rat- und Richthaus, darunter Korn-, Kaufhaus und Ankenmarkt
39. Eggstiege
40. Haus der Gesellschaft zu Pfistern, darunter Obstmarkt
41. Haus der Gesellschaft zu Schneidern
42.Markt an der Fischerstatt
43. Haus der Gesellschaft zu schützen und zu Fritschi, darunter Metzg
44. Reussbrücke und Reussgässli
45. Kramgasse mit der Apotheke (und Pranger mit Lasterbank)
46. Fisch- oder Weinmarkt
47. Kornmarkt
48. Furrengasse
49. Kapellgasse und -platz
50. Sust und Kornhaus
51. Hoftor, Aufgang zur Hofbrücke
52. Vordere Ledergasse und Ledertor (heute Gerbergasse)
53. Hintere Ledergasse und Ledertor
54. Rosengartenturm
55. Gasse unter den Bäumen, Schwesternhaus (heute Sternenplatz)
56. Weggistor, lnneres Weggistor oder schwarzer Turm
57. Grabengasse
58. Graggentor
59. Neuer Platz
60. Alter Rossmarkt, Gasse (+ Schwesternhaus)
61. Mühlenplatz
62. Mühlentor
63. Harnischer- und Poliererhaus
64. Spreuerbrücke mit Mühlen und Schleife
65. Nölliturm
66. Männliturm
67. Luegisland
68. Wacht- oder Heuturm
69. Zeitturm
70, Schirmertor
71. Pulverturm
72. Allenwindenturm
73. Dächliturm
74. Ausseres Weggistor
75. Weggisgasse (heute Hertensteinstrasse)
76. Löwengraben
77. Cysathaus und Kapelle
78. Mariahilfgasse
79. Seegraben
80. Hoftor in der Vorstadt
81. Stift St. Leodegar und Mauritius
82. Propstei
83. Leutpriesterei
84. Hofschule
85. St. Leonhardskapelle und Beinhaus
86. Tor zum Kirchhof
87. Predigerstatt, Platz unter den Linden
88. Hofgasse in der Vorstadt
89. St. Antonius-Kapelle
90. Heiliges Kreuz
91. Kapuzinerkloster
92. Dietschiberg
93. Strasse nach Einsiedeln
94. Jesuiter-Baumgarten
95. Städtische Schiffhütte





Schumacherplan auf Google map

Auf der Suche nach der genauen Stelle der Hinrichtungsstätte Sentimatt habe ich den Schumacherplan auf Google my map gelegt.

  • Im Untergrund ist ein Ausschnitt von Luzern von Google my map.
  • Darüber liegt der zweidimensionale Schumacherplan (Als gif, weiss=transparent).



Die Genauigkeit ist verblüffend. Fixpunkte wie Wasserturm, Reussbrücke, Spreuerbrücke und Nölliturm liegen auf beiden Plänen ganz genau übereinander. Auch die grossen Strassen wie der Hirschengraben und die Baselstrasse stimmen genau. Ebenfalls gut zu sehen ist, dass die linke Flusseite (zwischen heutiger Rathaus- brücke und Seebrücke) aufgeschüttet wurde.



Eine weitere Ansicht zeigt den Schumacherplan auf Google my map Satellite.


Mehr zu diesem Thema:
- Der Schumacherplan





Der Wasserturm zu Luzern

Der Wasserturm wurde gegen Ende 13., anfangs 14. Jahrhundert als freistehender Wach- und Herrschaftsturm gebaut. Die Kapellbrücke folgte ein paar Dekaden später.
Luzern war damals fest in habsburgerischer Hand. Zum Bau des Turms wurde der Flusslauf separiert, so dass der Flussgrund im Trockenen lag und der Turm darauf gebaut werden konnte.
Die Bauform ist achteckig. Der Turm ist 34,5 m hoch, sein Umfang beträgt 38 m und die Mauern sind bis zu 4 m dick.Von Ausnahmen abgesehen, ist der Wasserturm der Öffentlichkeit für Besichtigungen nicht zugänglich.



Bilder der Wasserturm Besichtigung auf Picasa - hier klicken

Der Turm hat vier Etagen. Zuoberst im Obgaden haben sich heute Alpensegler eingenistet, die vom Ornithologischen Verein  beobachtet und erforscht werden. Früher wurden dort Leute im Rahmen von peinlichen Befragungen aufgezogen.
Der Obgaden diente u.a. auch als Gefängnis. Daran erinnert eine Toilette, so eine Art kombiniertes „Rutschbahn-Plumpsklo“. Während des Franzoseneinfalls wurden im Wasserturm auch Deserteure eingesperrt. Einer wollte aus dem Fenster flüchten und fand dabei den Tod, denn das Wasser war nicht tief genug. Der durchschnittliche Pegelstand des Sees war zu dieser Zeit um ca. 3 m tiefer als heute, bzw. vor dem Wehrbau.






Die zweitoberste Etage ist heute die Turmstube des Artillerievereins. Der Artillerieverein hat den Wasserturm nämlich gepachtet, mit-restauriert und unterhält ihn mit grosser Hingabe.
Früher war in diesem Raum die Schatzkammer der Republik Luzern untergebracht.
Dann folgt eine Geheimkammer, die nach dem Raub des Staatsschatzes gebaut und nach ihrer Wiederentdeckung um 1900 leer vorgefunden wurde.


Eine Etage weiter unten war früher die Rüst-,  Waffen- und Folterkammer. Heute gibt es in diesem Raum zahlreiche Waffen aus früheren Zeiten zu sehen. In der Mitte des Raumes ist ein Loch, welches 6 m in die Tiefe führt, ins Verlies.

Das Verlies des Wasserturms diente vornehmlich für die “Untersuchungshaft“.
Langzeitgefängnisse gab es im Mittelalter selten bis gar nicht. Wenn jemand in Luzern für längere Zeit in einen Turm gesperrt wurde (wie z.Bsp. Diebold Schilling), so wurde dazu nicht der Wasserturm benutzt. Vermutlich auch deshalb, weil die Haftbedingungen im Verlies des Wasserturms einfach zu deftig waren.
Untersuchungsgefangene wurden auf einem Holztütschi sitzend an einem Seil in das Verlies hinuntergelassen. Dann wurde der Deckel zugemacht und dunkel war’s.





Die Geschichte des Hans von Trient, aus der Wickiana

Aus der Wickiana, der Nachrichtensammlung des 16. Jahrhunderts von Johann Jakob Wick*

Die Wickiana ist in "Alt-Schweizerdeutsch" geschrieben.
Im Folgenden finden Sie ein Video mit der Uebersetzung ins Neu-Schweizerdeutsche, gefolgt vom Originaltext.



Ritterscher Palast und Regierungs-
gebäude des Kantons Luzern
Als schuldhess Lux Ritter zuo Lucern einen kustlichen und gwaltigen buw, eines huses halb, verhanden gehabt, und so er in bis zum end ussgefürt (wo Gott sin läben nütt kürzeret, und bloss eines klafters hoch von der erden uss dem fundament uffgefürt), so hette man der glichen in der eidgenoschafft auch nütt in tütscher nation gehept; desshalb hatt in kein kost noch arbeit duret, wo er verruompt künstler und werckmeyster, die im zuo disem buw dienstlich, gwüsst, hatt er beschickt. Also hatt er auch disen meyster Hansen nütt wöllen dahinden lassen, desshalb hatt er in früntlich beschriben, von wägen siner kunst, welcher mit steinhauwen wyt und breit verrümpt gewäsen.

Als er nun kommen, hatt M. Hans noch vilen verheissungen conditionaliter mit dem schuldhessen ghandlet und under anderem angezeigt, we sines glauben betreffende, volfuort habe, dardurch er villicht in grose gfaar lybs und läbens kommen möchte, derhalben er ims ernstlich ageschlagen. Uff das hatt im der schuldhess Ritter wiederum geantwortet und verheissen, im sölle (so verr er sin wäsen still und by im selbs behalte) nütt args noch nochtheiliges widerfahren. Uff sölliche zuosagung hatt er den dienst angenommen, und haben ein geding mitteinanderen gemacht. Namlich hatt im schuldhess Ritter alle wuchen 4 kronen, ässen und trincken an sinem tisch, darzuo herberig, under und über verheissen. Dess verdings sind sy beyd wol zefriden xin, und hatt sich M. Hans gar wol gehalten mit siner handarbeyt.

Als nun herr schuldhess verschinen jars oberster im Picardy zug worden und vor hin sin eewyb von ihm ussgeiagt, also daheim kein rechte husshaltung gehalten, hatt er M. Hans gebätten, er sölle fürbass fürfaren und dester fürer zuo siner husshaltung auch achten haben, so wölle er im sin besoldung besseren, im all wuchen VI kronen gäben, so lang er dess zugs halb uss sye. Dess ales ist M. Hans wol zefriden xin, hatt sich still, züchtig und gar getragen gegen menklichen. No dem allem hatt sich der zug und krieg dess schuldhess by XIV wuchen verloffen, hatt also XXVIII kronen sich verloffen, welches nun angstanden biss uff Annuntiationis Mariae verschiner fasten. Domals was der pfarrherr von Wyl von S. Benedict, von Hertenstein, gen Lucerne geschikt. wölcher noch dem krützgang und predge mitt herr schuldhessen Ritter zimbis gässen, sampt M. Hansen sinem steinmetz.

Und als herr schuldhess letstlich wol bezächet ward, fieng er an, M. Hansen anzetasten sines glaubens halb, vermanet glich den pfarrherr von Wyl, an in zekeren und zuo erfaren, wess glaubens er sy. Dess widriget sich M. Hans und sprach, er sye nütt hie von disputierens wägen, bätte derhalben in, das er in lasse beliben, wie er es anfangs verheissen. Uff sömlichs ward der schuldhess erzürnt; als er ein guoten trunken ghan, fieng er an, dem pfarrherr zuo Wyl erzellen, wir er habe einen käzerischen glauben, habe nütt gebichtet, und ander vil schmachworten mer, welches in nahin übel geruwen; und diewyl ers aber offentlich grett, hatt er nütt für mögen kommen, sonder hatt sinen worten statt müssen thuon. Darauff hatt M. Hans der rechnung und urlaub begärt, und als der rechnung nach uff die XIV wuchen sines absäsens, wie obstad , kommen sind, hatt herr schuldhess wöllen hindersich zühen und siner verheissung nütt statt thuon, vermeinende, er sölle sich der vier kronen, wie anfangs angenommen, vergnügen lassen, und der XXVIII kroenen geschwigen für die XIV wuchen sines kriegs. Söllichs aber hatt M. Hans nienen wöllen hören denken. Sind also des spans halb für rad kommen.

Nachdem nun M. Hans vor der Herrschaft des grosen unbillens sich erklagt, stund schuldhess Ritter abermal, fieng in an ein käzer schelten, sampt anderen schweren anklagen. Die herren, die des zuohören, kartend an schuldhess gütelich, er sölle M. Hansen siner begär nach ausrichten und bezahlen und sin strass in faren lassen; welches nütt hatt mögen xin, derhalb der rad zuo Lucern verursachet ward, zuo im zegryfen, den grund zuo erfaren, haben in gfenklich angenommen. Als er nun ein guote zyt in der gfenknuss gelägen und von im ettlich irrig artikel usgägen, do man aber an sim letsten end wol gspürt und gsähen, wess glaubens und religion er xin, ist er am montag vor pfingsten vom rad verurtheilt und mit dem schwert gericht.

Als im (wie brüchig ist) der richter dess bluots sin läben im thurn abkünt, hatt er frölich gesprochen: Gott sye globt, das ich dise stund erläbt han. Hat daruff frische, hüpsche kleider in thurn beschikt, darin er sin vergycht verhört. Als er aber für das nüw gebüw dess schuldhessen gefürt, hatt er sich zum dritten mal gestelt und besähen, gsprochen,


Wickiana, Johann Jakob Wick
hette er das sin nütt ghöuscht, were es im darzuo nütt kommen; der schuldhess Ritter sye an sinem tod schuldig; er werde aber das huss nütt ussbuwen. Den dritten tag noch im werde er glich so gross zuosähen haben, als er yezmal hab. 

Als er uff die richtstatt kommen und im die priester vil ermanet und zuogesprochen, doch er sy nütt wöllen hören, hatt er sich unerschrokenlich umsähen, niderknüwet, sin haupt und augen erhept gen himmel und gsprochen:
Jesu von Nazareth, erbarm dich minen; umb dines nammens willen wil ich diesen tod gern lyden. Hatt darmitt sin haupt gestrekt und ist im empfallen.

Den dritten tag darnach ist schuldhess Ritter gestorben. Es sol in ein hart feber ankommen sin. Hatt sich gar unordenlich mit ässen und trinken gehalten, auch in aller völle und wynfrüchte hatt er sich mitt sampt siner purs uff einer ersten mäss in ein kalt wasser gworffen, demnach heimkommen, hat im lassen ein wasserbad rüsten, darin er ein wyl gesässen, so gar kranck worden, das yedermann vermeynt, er wurde angends sterben. Hatt aber also noch VII stund erharret und ist zuoletst verscheiden.
Es hatt der rhat zuo Lucern in, schuldhessen Ritter, erst noch sinem tod gestrafft und gebüsst umb IV tuset kronen, von wägen das er mer holtzes zuo disem sinem buw gehauwen, dan im erlaupt was.


* Der Bericht des reformierten Pfarrers Johann Jakob Wick entstand zur Zeit der Reformation und Gegenreformation. Als protestantischer Pfarrer am Zürcher Grossmünster war Jakob Wick ein Gegenspieler der katholischen Gegenreformation.
Eine hochgradige Befangenheit kann ihm deshalb nicht zu unrecht angelastet werden.
Im Weiteren irrt sich Jakob Wick mit der Aussage, das Haus sei erst ein Klafter über dem Fundament erbaut. Als der Steinmetz und der Schultheiss den Tod fanden, war der Rittersche Palast zu gut zweidrittel fertig.
Trotzdem ist die Wickiana eine hervorragende und gleichzeitig eine der wenigen Quellen zu diesem Thema.





Was sagt Renward Cysat zu Hans von Trient?

Renward Cysat war als 14-jähriger bei der Hinrichtung des Hans von Trient (alias Johannes Lyn) dabei und hat uns auch zu diesem Thema wertvolle Information hinterlassen.

Im Folgenden finden Sie den Originaltext aus der Cysat Collectanea (als Bild), meine freie Uebersetzung in die deutsche Schriftsprache und zuunterst ein Video mit der Uebersetzung auf Neu-Schweizerdeutsch.

Cysat Collectanea,
1, 1/2, S 198
[B. Fol.238v] 9. Mai 1559. Lux Ritter, Schultheiss dieser Stadt, vir insignis humili tamen loco natus, stirbt. Vorhergesagt hat seinen Tod Meister Hans Lyn, ein vortefflicher Bild- und Steinhauer aus Holland, den er zu seinem neuen Palastbau bestellt hat. Und die Ketzerei, die er an ihm gewusst hat, hat er menschlich geduldet bis er der Rechnung halber mit ihm stössig wurde.
Die Sache wurde öffentlich bekannt, so dass er Meister Hans in Gefangenschaft gebracht hat. Letzlich nach viel und langem milden Unterhandeln wurde Hans seiner Hartnäckigkeit wegen, 3 Tage vor dem Absterben des Lux Ritter, mit dem Schwert gerichtet.
Doch ist auf seine Vorsagung nichts zu geben, denn der Schultheiss war krank.

Dieser Mann hatte einen seltsamen Irrglauben, er starb beständig und fröhlich. Ich (Renward Cysat) habe allem selbst zugesehen. Es weinte viel Volk um ihn aus Erbarmen. Von allen Bekannten hat er sich freundlich verabschiedet.

Seine Ketzerei war, dass er glaubte, er wäre ein leiblicher Bruder Christi, und Maria hätte noch drei Söhne nach Christus geboren und er wäre der vierte, oder der letzte. Solches sei ihm in einem dämmrig blauen Lichtlein vor Zeiten in seiner Schlafkammer erschienen. Dafür würde er sterben. Er hat sich auch weder von geistlichen noch von weltlichen Personen davon abwendig machen lassen.
Er hat seine 60 Jahre. Er ist auch fleissig und täglich zur Messe gegangen, hat sich andächtig gezeigt; gab gern und willig Almosen und die erste Münze, die er in seinem Geldsäckel ergriff.

Auf der Richtstatt, wo der Nachrichter ihn enthaupten soll, kniet er nieder und schreit mit lauter Stimme:

"O Herr Jesu Christi, ich befehle dir mein Leib und Seele"

Darüber war alle Welt verwundert, da er ja weder priesterlicher noch anderer katholischer Ermahnung gehorchen wollte.

Aus der Cysat Collectanea 1, 1/2, S 198 frei übersetzt von Ralf Fioretti.