Die letzte Schweizer Guillotine

Mit dem Franzoseneinfall zum Ende des 18 Jahrhunderts kam auch die französische Rechtssprechung in unser Land.

Die letzte Schweizer Guillotine - HMLu

DasLuzerner Kriminalrecht wurde erneuert. Pranger, Brandmarkung und Stäupen wurden verboten. Für die Vollstreckung der Todesstrafe wurde die Guillotine vorgeschrieben.

Doch kein richtiger Eidgenosse mochte sich mit der Guillotine anfreunden. Sie ist kalt und hat einen aufgezwungenen, französischen Beigeschmack.
Das Schwert aber ist erhaben, edel und rein.
So kehrten wir schon bald wieder zum Schwert als bevorzugte Hinrichtungsmethode zurück.

Die Guillotine vermochte sich dann doch durchzusetzen und wurde zum Standard. Die Hinrichtungen erfolgten nicht mehr öffentlich, sondern im Gefängnishof an der Baselstrasse.

Erst hatten wir in Luzern keine eigene Guillotine und mussten uns bei Bedarf eine leihen. Später kauften wir diese und borgten sie in der ganzen Schweiz aus. So erfolgten die letzten fünf Hinrichtungen in der Schweiz mit der Guillotine, die jetzt im Historischen Museum in Luzern ausgestellt ist.

Die letzte zivile Hinrichtung in Luzern erfolgte 1910. Der Sexualmörder Anselm Wütschert wurde mit der Guillotine hingerichtet. Gesamtschweizerisch erfolgte die letzte zivile Hinrichtung 1940 in Sarnen, ebenfalls mit unserem Fallbeil.


Modell der Guillotine - HMLu