Der Wasserturm zu Luzern

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Wasserturm mit Regenbogen von Silvan Kaeser © ImagePoint.biz

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Kapellbrücke, Wasserturm, 1597
Der Wasserturm wurde um 1300 als freistehender Wach- und Herrschaftsturm gebaut. Die Kapellbrücke folgte ein paar Dekaden später. Luzern war damals fest in habsburgerischer Hand.
Die Bauform ist achteckig. Der Turm ist 34,5 m hoch, sein Umfang beträgt 38 m und die Mauern sind bis zu 4 m dick.Von Ausnahmen abgesehen, ist der Wasserturm der Öffentlichkeit für Besichtigungen nicht zugänglich.



Bilder der Wasserturm Besichtigung auf Picasa - hier klicken

Der Turm hat vier Etagen. Zuoberst im Obgaden haben sich heute
Alpensegler eingenistet, die vom Ornithologischen Verein  beobachtet und erforscht werden.

Früher wurden dort Leute im Rahmen von peinlichen Befragungen aufgezogen.
Aufziehen_im_Wasserturm_ Aus_Luzerner_ Schilling_Folio_129v_ Amstaldenhandel
Luzerner Schilling 129v
Der Obgaden diente u.a. auch als Gefängnis. Daran erinnert eine Toilette, so eine Art kombiniertes „Rutschbahn-Plumpsklo“. Während des Franzoseneinfalls wurden im Wasserturm auch Deserteure eingesperrt. Einer wollte aus dem Fenster flüchten und fand dabei den Tod, denn das Wasser war nicht tief genug. Der durchschnittliche Pegelstand des Sees war zu dieser Zeit um ca. 3 m tiefer als heute, bzw. vor dem Wehrbau.

Die zweitoberste Etage ist heute die Turmstube des Artillerievereins. Der Artillerieverein hat den Wasserturm nämlich gepachtet, mitrestauriert und unterhält ihn mit grosser Hingabe.
Früher war in diesem Raum die Schatzkammer der Republik Luzern untergebracht.
Dann folgt eine Geheimkammer, die nach dem Raub des Staatsschatzes gebaut und nach ihrer Wiederentdeckung um 1900 leer vorgefunden wurde.

Eine Etage weiter unten war früher die Rüst-,  Waffen- und Folterkammer. Heute gibt es in diesem Raum zahlreiche Waffen aus früheren Zeiten zu sehen.





In der Mitte des Raumes ist ein Loch, welches 6 m in die Tiefe führt, ins Verlies. Das Verlies des Wasserturms diente vornehmlich für die “Untersuchungshaft“.

Die Gefangenen wurden auf einem Holztütschi sitzend an einem Seil in das Verlies hinuntergelassen. Dann wurde der Deckel zugemacht und dunkel war’s.